
Ihre Bewerbungsunterlagen entscheiden oft innerhalb weniger Sekunden darüber, ob Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden oder nicht. Ein Lebenslauf fasst Ihre berufliche und persönliche Entwicklung zusammen und zeigt auf einen Blick, welche Qualifikationen, Erfahrungen und Fähigkeiten Sie vorzuweisen haben.
So können Personalverantwortliche schnell einschätzen, ob Ihr Profil den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle entspricht.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen strukturierten und überzeugenden Lebenslauf erstellen, der Ihre Stärken klar hervorhebt.
Vorsicht: Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, sind ein Lebenslauf und ein Curriculum Vitae (CV) nicht gleichbedeutend. Der CV ist sehr ausführlich und wird üblicherweise im englischsprachigen Ausland und in Deutschland meist nur im akademisch geprägten Umfeld genutzt. Ein Lebenslauf ist weitaus kürzer (maximal 1-2 Seiten) und der Standard bei Bewerbungen, sofern nichts anderes verlangt wird.
Personalverantwortliche erhalten üblicherweise so viele Bewerbungen, dass sie sie zunächst einmal aussieben müssen. Dazu überfliegen sie die wichtigsten Informationen, um zu prüfen, ob die Grundvoraussetzungen erfüllt werden.
Der klassische Lebenslauf in tabellarischer Form ermöglicht ihnen dabei schnell das zu erfassen, was relevant ist: berufliche Stationen, gesammelte Erfahrungen und grundlegende Angaben zu Ihrer Person.
Dies erfolgt in antichronologischer Reihenfolge, Sie listen also die aktuelle Position zuerst auf und arbeiten sich dann zeitlich zurück.
Für Aufbau und Struktur gilt:
So wenig wie möglich, so viel wie nötig
Professionelle, gut lesbare Schriftart (z. B. Arial, Calibri, Roboto)
gleichmäßige Abstände
Aussagekräftiger Dateiname (z. B. Lebenslauf-Max-Mustermann.pdf)
Während Sie im Anschreiben Ihre Motivation hinter Ihrer Bewerbung begründen, bleiben Sie im Lebenslauf bei den belegbaren Fakten Ihres Werdegangs. Welche Inhalte final relevant sind, ist immer Abwägungssache und kann je nach ausgeschriebener Stelle variieren.
Diese Liste ist aber eine gute Vorlage, an der Sie sich entlanghangeln können:
Ziel: Schneller Überblick über die wichtigsten Kontaktinformationen
Ziel: Aufzeigen der bereits gesammelten beruflichen Erfahrung
Ziel: Übersicht über Ihre formalen Qualifikationen
Ziel: Schneller Überblick über die relevanten Kompetenzen
Ziel: Zeigen, dass Sie aktiv an Ihrer Weiterentwicklung arbeiten
Ziel: Unterstreichen von sozialer Kompetenz und persönlichem Engagement
Ziel: Runden den persönlichen Eindruck ab und können Erfahrungen, die auch im Job nützlich sind, belegen
Nachdem Sie die Struktur und die Inhalte festgelegt haben, geht es um die Feinjustierung. Ein Lebenslauf wird oft nur gescannt – laut einer Eye-Tracking-Studie von Ladders entscheiden Recruiter oft in nur 7,4 Sekunden über den ersten Eindruck. Entscheidend ist hier nicht nur, was Sie gemacht haben, sondern wie Sie es formulieren.
Vermeiden Sie es, Ihre Aufgaben als bloße Liste von Zuständigkeiten zu beschreiben („Zuständig für...“, „Aufgaben im Bereich...“). Diese passiven Formulierungen lassen Sie wie einen Statisten Ihres eigenen Werdegangs wirken. Nutzen Sie stattdessen Aktionsverben, um Eigeninitiative und Ergebnisorientierung zu signalisieren.
Platzieren Sie diese Verben idealerweise an den Anfang Ihrer Bullet Points. Das entspricht dem natürlichen Leseverhalten am Bildschirm, dem sogenannten „F-Muster“, bei dem die Aufmerksamkeit am linken Rand eines Dokuments am höchsten ist.
Schwache Formulierung: „Mitarbeit im Vertriebsteam“ Aktions-Formulierung: „Gesteigert: Umsatz im Kernbereich um 12 %.“
Schwache Formulierung: „Organisation von Events“ Aktions-Formulierung: „Koordiniert: Planung und Durchführung von 5 Fachkonferenzen.“
Schwache Formulierung: „Betreuung der Software“ Aktions-Formulierung: „Optimiert: IT-Workflows zur Reduktion von Fehlermeldungen.“
Schwache Formulierung: „Bearbeitung von Anfragen“ Aktions-Formulierung: „Gelöst: Komplexe Kundenanliegen mit hoher Zufriedenheitsrate.“
Indem Sie Ihre Erfahrungen mit starken Verben verknüpfen, verwandeln Sie eine einfache Tätigkeitsbeschreibung in eine Liste von Erfolgen. Dies schafft eine überzeugende Basis, bevor wir uns im nächsten Schritt ansehen, wie Sie kritische Punkte im Werdegang geschickt meistern.
Längere Zeiträume ohne Anstellungsverhältnis fallen auf und können unkommentiert Raum für Spekulationen lassen.
Die Lösung: Benennen Sie die Zeit konkret und geben offen und ehrlich an, wie Sie diese verbracht haben. Im besten Fall sieht die Lücke nicht nach Stillstand aus, weil Sie sie mit Weiterbildungen, Sprachkursen oder Ehrenamt bestücken können. Aber auch private Tätigkeiten wie die Pflege Angehöriger oder eigene Krankheit sollten Sie offenlegen. Steuern Sie die Angabe zusätzlich über eine bewusst gewählte Sprache: Nutzen Sie beispielsweise Formulierungen wie “berufliche Neuorientierung” oder “aktive Bewerbungsphase” anstatt “Arbeitslosigkeit”.
Wenn Sie alle paar Monate den Arbeitgeber gewechselt haben, wirkt das auf Personalverantwortliche häufig wechselhaft und als hätten Sie wenig Ausdauer.
Die Lösung: Fassen Sie kurze Stationen unter einem thematischen Dach zusammen (z. B. unter “Projekterfahrung im Bereich Marketing”) oder kennzeichnen Sie sie klar als befristete Stelle, Elternzeitvertretung oder Projektarbeit.
Ein bunter Lebenslauf (z. B. Stellen in Gastronomie, dann Buchhaltung, dann IT) kann orientierungslos wirken.
Die Lösung: Integrieren Sie ein Kurzprofil (2-3 Sätze am Anfang des Lebenslaufs). Darin erklären Sie Ihre Motivation und was der rote Faden ist, der die Stellen verbindet. Das könnten beispielsweise analytisches Denken, Kundenorientierung sein. Überlegen Sie außerdem, welche genutzten Fähigkeiten auch für die neue Stelle hilfreich sein könnten.
Wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, für die Sie eigentlich zu viel Erfahrung haben, fürchten Personaler häufig, dass Sie zu schnell gelangweilt sind oder entsprechend zu viel Gehalt fordern.
Die Lösung: Passen Sie Ihre Schwerpunkte an die ausgeschriebene Stelle an und formulieren zusätzlich im Anschreiben offen den Wunsch nach einer inhaltlichen Neuausrichtung und der bewussten Reduktion der Verantwortung.
Eine abgebrochene Ausbildung oder sehr viele Semester können den Eindruck von Orientierungslosigkeit und schnellem Aufgeben erwecken.
Die Lösung: Legen Sie den Fokus auf die erworbenen Module. Verzichten Sie außerdem auf das Wort “Abbruch” und benennen es stattdessen als “Fokuswechsel zu ...”. Studieren Sie sehr lange, können Sie relevante Praxiserfahrung oder Nebenjobs erwähnen, die Ihre Expertise unterstreichen und zeitgleich erklären können, weshalb Sie mehr Zeit benötigt haben.
Der Einstieg ist manchmal schwer und es ist wichtig, den Vergleich mit erfahreneren Bewerbenden zu überbrücken.
Die Lösung: Heben Sie Praxisanteile währen Studium oder Ausbildung, Projekte, Nebenjobs, Praktika oder relevante Weiterbildungen hervor. So stellen Sie Ihre Lernbereitschaft klar dar und dass Sie über relevante Erfahrung verfügen - wenn auch nicht im Vollzeitberuf.
Ein guter Lebenslauf ist wichtig. Schließlich müssen Sie sich häufig gegen eine große Menge an Bewerbern durchsetzen und auch bei Initiativbewerbungen müssen Sie klar vermitteln, welchen Mehrwert Sie trotz fehlender konkreter Stellenausschreibung bieten.
Es ist also wichtig, dass Sie im Gedächtnis bleiben und dafür müssen Ihre Unterlagen sich von den Wettbewerbern abheben. Um den Lebenslauf noch professioneller wirken zu lassen, achten Sie auf diese Punkte:
Viele Unternehmen nutzen Applicant Tracking Systeme (ATS), Softwares, die Lebensläufe nach Schlüsselwörtern scannt und für sie überfliegt. Achten Sie auf klare Überschriften, ein einfaches Layout, standardisierte Jobbezeichnungen und gängige Keywords der Branche.
Platzieren Sie 2-3 Sätze am Anfang, mit denen Sie zeigen, wer Sie beruflich sind, was Sie können und was Sie besonders macht. Dadurch wirken Sie professionell und nahbar.
Notieren Sie nicht nur, was Sie gemacht haben, sondern was Sie erreicht haben. Im besten Fall können Sie das anhand von Zahlen tun. Beispielsweise durch einen Zusatz wie: „Optimierung des Prozesses mit dem Ergebnis von 30 % Zeitersparnis.“
Zeichnen Sie einen roten Faden, der Ihre bisherigen Stationen logisch verknüpft aufzeigt. So schaffen Sie eine Argumentationskette, die zeigt, wie Sie fachlich und persönlich zur ausgeschriebenen Position passen.
Damit zeigen Sie, dass Sie diese aufmerksam gelesen haben. Wenn die Schlagwörter zudem Ihrer Erfahrung entsprechen, ist dies auf den ersten Blick ersichtlich.
Seriöse unaufdringliche Farbakzente, klare Struktur und gut lesbare Schriftarten erschaffen ein frisches Layout. Dieses wiederum sagt viel über Professionalität aus.
Genau wie bei der Frage nach Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch sollten Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten plausibel darstellen. Beispiele helfen Ihnen dabei. Statt „Teamfähigkeit“ zu schreiben, könnten Sie formulieren: „Teamkoordination von 3 Standorten“.
Vier Augen sehen mehr als zwei, vor allem dann, wenn Sie sich ausgiebig mit dem immergleichen Dokument beschäftigen. Flüchtigkeitsfehler oder Verständnisfragen lassen sich am besten aus dem Weg räumen, wenn noch mindestens eine andere Person einen Blick darauf wirft.
Verzichten Sie auf zu allgemeine Angaben, die eigentlich nichts aussagen. „Für Vieles zuständig“ hilft einem potenziellen Arbeitgeber nicht dabei, Ihre Kompetenzen einzuschätzen. Wichtig ist, dass Sie konkrete Aufgabenbereiche und Fakten darbieten.
Es gibt unterschiedlichste Gründe für Beschäftigungslücken und diese sollten Sie nicht unterschlagen. Das wirkt unprofessionell und als hätten Sie etwas zu verbergen. Ehrlichkeit bringt zudem oft Pluspunkte. Ob Pflege von Angehörigen, berufliche Neuorientierung oder Weiterbildung, geben Sie sofort präsent an, was die Pause verursacht hat.
Achten Sie darauf, dass die Angaben schlüssig sind und wenig Raum für Rückfragen bieten. Präzise Formulierungen und Informationen wirken seriöser und schaffen Vertrauen.
Mehr ist nicht automatisch besser: Auf welche Grundschule Sie gegangen sind oder Hobbys, die nicht im Entferntesten mit dem Job zu tun haben, blähen den Lebenslauf unnötig auf. Sieben Sie Fakten aus und konzentrieren sich auf die, die für die Stelle relevant sind. Das spart den Personalverantwortlichen Zeit und macht Ihre Bewerbung für sie interessanter.
Unübersichtliche Formatierungen, chaotische Schriftarten oder zu dichte Textblöcke erschweren das Lesen und wirken wenig seriös. Achten Sie auf eine klare Struktur, darauf, dass man sich schnell zurechtfindet und die wichtigen Dinge ins Auge stechen. Auch die Farbwahl sollte gut durchdacht sein, Ihrer Persönlichkeit oder dem Unternehmen entsprechen und nicht zu aufdringlich wirken.
Die DEKRA Arbeit Gruppe hilft Ihnen dabei, Ihre Bewerbungsunterlagen professionell aufzubereiten. Im Zuge unserer Personalvermittlung helfen wir Ihnen dabei, einen geeigneten Job zu finden. Dazu gehört auch, Ihnen bei der Erstellung eines Lebenslaufs und der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch zur Seite zu stehen. Melden Sie sich dafür gern über unser Kontaktformular.
Seriosität und Klarheit sollten immer im Fokus stehen. Das betrifft auch kleinere Angaben.
Verzichten Sie im Lebenslauf auf:
Nein, laut AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) darf kein Foto verlangt werden. Ihr Lebenslauf ist also auch ohne vollständig. Es kann aber durchaus sinnvoll sein, freiwillig ein Bild beizufügen. Wenn Sie mit Kunden arbeiten und Sympathie vermitteln möchten, beispielsweise.
Achten Sie aber unbedingt darauf, dass das Foto professionell ist. Verzichten Sie auf Selfies oder Schnappschüsse. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie es lieber weg, denn ein schlechtes Bild schadet oft mehr als gar keines beizulegen.
Der Lebenslauf ist in Deutschland gebräuchlich und beschreibt eine tabellarische Übersicht des beruflichen Werdegangs. Er ist kurz und übersichtlich und kommt mit maximal 2 Seiten aus.
Er enthält in der Regel:
Curriculum Vitae (oft: CV) ist die englische Bezeichnung für einen Lebenslauf und wird vor allem verwendet bei:
In Deutschland wird CV oft synonym für den Lebenslauf genutzt. Eigentlich ist er aber deutlich ausführlicher und kann mitunter beispielsweise Publikationen oder Forschungsprojekte enthalten.
Das hängt von der Position ab, auf die Sie sich bewerben sowie von Ihren Profilen. Spielt Social Media für die Stelle eine Rolle, sind entsprechende Referenzen selbstverständlich sehr wichtig.
Insgesamt sollten Sie nur professionell gepflegte und eher keine privaten Accounts erwähnen. Ein guter digitaler Auftritt bei LinkedIn, GitHub oder in Form eines Portfolios kann Ihre Bewerbung unter Umständen stärken.
Das hängt von der Branche ab, auf die Sie sich bewerben. In kreativen Berufen (z. B. Marketing oder Design) können visuell hervorstechende Lebensläufe durchaus von Vorteil sein. Achten Sie aber trotzdem darauf, dass Sie leicht lesbar und gut strukturiert sind.
In konservativeren Branchen sollten Sie ein klassisch-schlichtes Design wählen, das zum jeweiligen Unternehmen passt.
Grundsätzlich gilt: Das Design soll den Inhalt unterstützen und nicht überlagern. Auch kreative Inhalte müssen gut strukturiert sein.
Sie haben zwei unterschiedliche Möglichkeiten, Zeitarbeit anzugeben:
Angabe der Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber
Das eignet sich vor allem, wenn Sie viele kurze Einsätze hatten oder Sie bisher hauptsächlich für die Zeitarbeitsfirma tätig waren. In dem Fall geben Sie die Einsatzunternehmen als Unterpunkt.
Einsatzunternehmen als Hauptstation
Wenn Sie vor allem die Praxis in den Einsatzunternehmen hervorheben möchten (z. B. weil es sich um eine bekannte Firma oder eine relevante Branche handelt), ist das der sinnvolle Weg. Die Zeitarbeitsfirma geben Sie dann als zusätzlichen Hinweis an.
Die „harte Wahrheit“ basiert auf Eye-Tracking-Daten der Experten von Ladders: Ein erster Scan dauert im Schnitt nur 7,4 Sekunden. In dieser extrem kurzen Zeit wird bereits die Vorentscheidung über „Absage“ oder „Einladung“ getroffen. Recruiter lesen dabei nicht jedes Wort, sondern fokussieren sich auf eine vertikale Achse, die Jobtitel und Zeiträume umfasst.