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Lebenslauf schreiben leicht gemacht - mit 6 Fragen und Antworten

Lebenslauf schreiben leicht gemacht - mit 6 Fragen und Antworten

Der Lebenslauf (oder auch Curriculum Vitae, kurz CV oder C.V.) ist neben dem Anschreiben der wichtigste Teil der Bewerbung. Viele Personaler lesen ihn als erstes, um sich einen Überblick über Ihre Stationen und Qualifikationen zu verschaffen. Wenn Sie Ihren Lebenslauf erstellen, sollten Sie also genauso gewissenhaft und sorgfältig vorgehen wie beim Bewerbungsschreiben. Nicht selten werden Bewerber zum Beispiel aufgrund eines mangelhaft strukturierten oder unvollständigen Lebenslaufs vorzeitig aussortiert. Im Folgenden beantworten wir daher die sechs wichtigsten Fragen, mit denen Sie einen perfekten Lebenslauf schreiben.

Inhaltsübersicht: Die sechs häufigsten Fragen zum Lebenslauf

Wie ist der Aufbau eines Lebenslaufs?

Mit einem strukturierten Aufbau Ihres Lebenslaufs haben Sie bereits eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um den Personaler oder Chef von Ihnen zu überzeugen. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit für eine übersichtliche Struktur, die alle wichtigen Punkte auf einen Blick erkennen lässt.

Die häufigste Form des Lebenslaufs ist der tabellarische Lebenslauf. Ist in der Stellenausschreibung nicht explizit nach einer anderen Art des Lebenslaufs gefragt, sollten Sie diese klassische Variante wählen. Der tabellarische Lebenslauf setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • Persönliche Daten
  • Aktuelles Bewerbungsfoto (optional)
  • Berufserfahrungen
  • Ausbildung
  • Kenntnisse und Zusatzqualifikationen
  • Interessen und Hobbys
  • Ort, Datum und Unterschrift

Welche Besonderheiten Sie in den jeweiligen Abschnitten beachten müssen, erfahren Sie im Kapitel „Welche Informationen gehören in den Lebenslauf?”.

Wichtig ist, dass Sie den Lebenslauf so kurz wie möglich und nur so lang wie nötig halten. Versuchen Sie sich auf eine Länge von zwei DIN-A4-Seiten zu beschränken. Mehr als drei Seiten sollten es aber in keinem Fall werden.

Welches Design wähle ich für meinen Lebenslauf?

Das Design des Lebenslaufs sollte sich nach der Branche richten, in der Sie sich bewerben. Streben Sie beispielsweise eine Stelle bei einer Bank an, wählen Sie ein eher schlichtes Design. Bewerben Sie sich für eine Stelle in einem Start-up, etwa als Designer, darf Ihr Lebenslauf moderner und kreativer daherkommen. Auch der dezente Einsatz von Farben (zum Beispiel des Unternehmens, bei dem Sie sich bewerben) ist nicht verboten.

Seien Sie sparsam mit fettgedruckten, kursiven oder unterstrichenen Wörtern und achten Sie bei Schriftgrößen auf Einheitlichkeit. Wählen Sie zum Beispiel die gleichen Größen für Überschriften und den Fließtext, die Sie auch in Ihrem Anschreiben genutzt haben. Experimentieren dürfen Sie hingegen mit der Auswahl der Schriftart. Sie können davon ausgehen, dass ein Großteil der Bewerber Arial oder Times New Roman verwenden. Hier können Sie sich mit einer selteneren (aber trotzdem artverwandten und lesbaren!) Schriftart von der Masse abheben.

Grundsätzlich sollten Sie beim Design Ihres Lebenslaufs gelten: Weniger ist mehr. Machen Sie es dem Leser so einfach wie möglich, alle Informationen möglichst schnell zu erfassen. Verzichten Sie auf optische Spielereien und setzen Sie auf eine klare Struktur. So ist Ihnen ein guter Eindruck beim Personaler oder Chef garantiert.

Welche Informationen gehören in einen Lebenslauf?

Anders als im Bewerbungsschreiben sprechen Sie den Leser im Lebenslauf nicht direkt an und formulieren weder Anreden, Grüße noch Argumentationen. Hier werden lediglich die wichtigsten Fakten übersichtlich aufgelistet. Im Folgenden gehen wir näher auf die bereits erwähnten Bausteine des Lebenslaufs ein und erläutern, auf welche Besonderheiten Sie jeweils achten sollten.

Persönliche Angaben

Wenn Sie einen Lebenslauf schreiben, beginnen Sie stets mit Ihren persönlichen Angaben. Schreiben Sie zum Beispiel in die Kopfzeile groß und fettgedruckt Lebenslauf unter darunter Ihren vollständigen Namen. Anschließend listen Sie folgende persönliche Kontaktdaten auf:

  • Geburtstag
  • Geburtsort
  • Staatsangehörigkeit*
  • Familienstand*
  • Anschrift
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Social-Media-Profile (sofern ein Bezug zur ausgeschriebenen Stelle besteht)

Hierzu ein wichtiger Hinweis: Laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind die mit dem Sternchen (*) versehenen Angaben freiwillig, da sie tendenziell diskriminierend sein könnten. Sie sind also nicht verpflichtet, sie aufzuführen. Dies gilt auch für ein aktuelles Bewerbungsfoto, das traditionell in den Lebenslauf (und nicht in das Bewerbungsschreiben) eingefügt wird. Allerdings sehen viele Personaler ein professionelles Foto als „abrundendes Element” eines Lebenslaufs und wünschen es sich von den Bewerbern. Trotzdem: Ein Bewerbungsfoto ist zwar empfohlen, heutzutage jedoch optional.

Berufserfahrung

Der wohl entscheidendste Teil Ihres Lebenslaufs ist die Auflistung Ihrer Berufserfahrung. Eine praktische Ausbildung oder ein Studium gelten zwar als Eintrittskarte für den Arbeitsmarkt, trotzdem legen viele Personaler und Chefs vor allem Wert auf einschlägige Berufserfahrungen.

Listen Sie Ihre bisherigen Stationen anti-chronologisch auf. Das bedeutet: Ihre letzte bzw. aktuelle Stelle setzen Sie an oberste Stelle, die vorherigen lassen Sie chronologisch nach hinten folgen. Diese Informationen sollten in jeder aufgeführten Position Ihres beruflichen Werdegangs aufgeführt werden:

  • Position: Welche Funktion hatten Sie im Unternehmen? Wie lautete Ihre Stellenbeschreibung?
  • Arbeitgeber: Für welches Unternehmen waren Sie tätig? Führen Sie den vollständigen Firmennamen und den Sitz des Unternehmens auf.
  • Zeitraum: Von wann bis wann waren Sie in der jeweiligen Firma bzw. Position tätig? Hier reichen Monats- und Jahresangaben, die jeweils aneinander anschließen sollten, um die berühmte Lücke im Lebenslauf zu vermeiden.
  • Aufgaben: Was waren Ihre Tätigkeitsschwerpunkte? Welche Erfolge konnten Sie verzeichnen? Führen Sie an dieser Stelle Ihre konkreten Aufgaben sowie Zahlenbeispiele für Erfolge stichpunktartig und in kurzen, prägnanten Formulierungen auf.

Ausbildung

Im Anschluss an Ihre berufliche Laufbahn nennen Sie in erneut anti-chronologischer Reihenfolge Ihre Ausbildungsstationen. Hierunter fallen sowohl Studium, berufliche Ausbildung, Praktika als auch die schulische Bildung inklusive Abschluss und Gesamtnote. Nennen Sie zusätzlich in wenigen Stichpunkten, welche Schwerpunkte Sie im Studium, der Ausbildung oder in der Schule (Leistungskurse) gesetzt haben. Wenn Sie Wehr- oder Zivildienst geleistet haben, führen Sie auch ihn an dieser Stelle auf.

Bedenken Sie jedoch: Wenn Sie schon zwanzig Jahre im Berufsleben sind, wird es den Personaler weniger interessieren, welche Grundschule Sie besucht haben. Führen Sie in diesem Fall als letzten Punkt Ihren höchsten Schulabschluss an. Auch Schülerpraktika oder andere Tätigkeiten, die nicht zum angestrebten Job passen, lassen Sie besser unerwähnt.

Kenntnisse und Zusatzqualifikationen

Können Sie Kenntnisse und Zusatzqualifikationen aufweisen, die zu der ausgeschriebenen Stelle passen? Dann nennen Sie an dieser Stelle stichpunktartig relevante Weiterbildungen, Auszeichnungen, Publikationen, Stipendien, EDV-Kenntnisse, Auslandserfahrungen oder Fremdsprachenkenntnisse (inkl. Einschätzung Ihrer Fähigkeit, zum Beispiel Grundkenntnisse oder verhandlungssicher).

Achten Sie jedoch darauf, nicht zu übertreiben. Dies könnte schon im Vorstellungsgespräch negativ auf Sie zurückfallen. Ein Klassiker: Wenn Sie im Lebenslauf eine Fremdsprache als verhandlungssicher angegeben haben, könnte der Personaler oder Chef während des Bewerbungsgesprächs plötzlich in diese Sprache wechseln. Sollten Sie dann nicht mehr als ein Stottern herausbekommen, sind Sie nicht nur enttarnt, sondern haben auch an Glaubwürdigkeit verloren. Fallen Ihre falschen Angaben erst nach der Einstellung auf, riskieren Sie damit sogar eine Kündigung. Machen Sie daher ausschließlich wahrheitsgemäße Angaben – sowohl im Lebenslauf als auch im Bewerbungsanschreiben.

Interessen und Hobbys

Ein vermeintlich zu vernachlässigender Teil des Lebenslaufs sind die Interessen und Hobbys. Viele Bewerber geben an dieser Stelle Hobbys wie Reisen, Sport oder Kochen an, um möglichst unverfängliche Antworten zu geben. Grundsätzlich ist an diesen Angaben nichts auszusetzen, trotzdem würden Sie damit viel ungenutztes Potenzial liegen lassen.

Sind Sie zum Beispiel in einem Ehrenamt oder Verein tätig? Spielen Sie Musik in einer Band? Oder sind Sie ein großer Tierfreund? Dann geben Sie dies an und kommunizieren Sie so indirekt Soft Skills wie Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit oder Kreativität.

Gut überlegen sollten Sie sich hingegen die Angabe von riskanten Hobbys. Hierzu zählen zum Beispiel Extremsportarten wie Bungeejumping, Downhill Racing oder Tiefseetauchen. Ihr zukünftiger Arbeitgeber könnte durch Ihre hohe Risikobereitschaft abgeschreckt werden oder vermuten, dass Sie häufiger krankheitsbedingt ausfallen.

Wie in den Abschnitten zuvor, ist es auch bei den Interessen und Hobbys sinnvoll, eine Verbindung zur angestrebten Position herzustellen. Bewerben Sie sich zum Beispiel für eine Stelle als Tischler, können Sie angeben, dass Sie in Ihrer Freizeit gerne mit Holz arbeiten.

Ort, Datum und Unterschrift

An das Ende Ihres Lebenslaufs setzen Sie nun noch Ihren Wohnort, das aktuelle Datum und eine handschriftliche Unterschrift. Damit unterstreichen Sie, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen und verleihen dem Lebenslauf eine seriöse und gleichzeitig persönliche Note.

Wie schlimm ist eine Lücke im Lebenslauf?

Jeder Bewerber hat schon von ihr gehört: der berühmten Lücke im Lebenslauf. Viele Unklarheiten und Mythen ranken sich um dieses Thema. Doch wie problematisch ist eine Lücke im Lebenslauf wirklich? Und wann spricht man überhaupt von einer Lücke?

Das Wichtigste zuerst: Von einer Lücke im Lebenslauf spricht man in der Regel erst ab drei Monaten. Waren Sie also zum Beispiel zwischen zwei Jobs in einem längeren Urlaub, wird Ihnen kein Personaler einen Strick daraus drehen. Viele Arbeitgeber sehen es sogar als positiv, wenn Sie über einen längeren Zeitraum etwas „Fachfremdes” unternommen haben. Das spricht für Ihren Mut, neue Wege einzuschlagen und einen Blick über den Tellerrand. Haben Sie also außergewöhnliche Erfahrungen gesammelt, dürfen Sie auch im Lebenslauf „Mut zur Lücke” haben und im Bewerbungsgespräch genauer darauf eingehen.

Doch was können Sie tun, wenn Sie über einen längeren Zeitraum arbeitslos gewesen sind und dadurch eine Lücke im Lebenslauf entstanden ist? Seien Sie sicher: Viele Menschen waren schon für mehrere Wochen oder Monate arbeitslos (besser: arbeitssuchend). Dies kann zum Beispiel an einer schweren Erkrankung liegen. Und auch die Pflege eines Verwandten kann dazu führen, dass Sie keiner geregelten Arbeit nachgehen können.

In diesen Fällen ist es wichtig, dass Sie die Lücken mit glaubwürdigen Fakten und ehrlichen Erklärungen füllen. Kein Personaler wird Ihnen übel nehmen, wenn Sie zum Beispiel nach dem Studium nicht sofort eine passende Stelle gefunden haben. Können Sie aber belegen, dass Sie stattdessen Praktika oder Fortbildungen absolviert haben und parallel nach einer festen Stelle gesucht haben, fällt eine mögliche Lücke nicht weiter ins Gewicht. Im Gegenteil: Sie haben darüber hinaus sogar Engagement und Willenskraft bewiesen.

Was gehört nicht in einen Lebenslauf?

Zum Abschluss noch ein paar wichtige Punkte, die Sie beim Lebenslauf schreiben nicht angeben sollten:

  • Informationen zu den Eltern: Früher war es nicht unüblich, den Beruf der Eltern im Lebenslauf anzugeben. Heute würde diese Information für Stirnrunzeln sorgen. Schließlich wollen Sie mit Ihren Fähigkeiten punkten – und nicht mit denen der Eltern.
  • Privates: Lassen Sie Ihre privaten Angelegenheiten und Probleme im Bewerbungsprozess außen vor. Bleiben Sie bei den Informationen, die für die angestrebte Stelle relevant sind.
  • Weltanschauung: Sie sind religiös, gehören einer Partei an und haben eine ausgeprägte Meinung zu aktuellen Geschehnissen in der Welt? Das ist schön – gehört jedoch weder in ein Bewerbungsschreiben noch in den Lebenslauf. Es sei denn, Sie bewerben sich als Pastor oder Politiker.
  • Fotos aus dem Privatleben: Fügen Sie ein seriöses Bewerbungsfoto in Ihren Lebenslauf ein. Schnappschüsse aus dem Urlaub oder dem letzten Wochenende gehören ins Fotoalbum.
  • Gehaltsvorstellungen: Gehaltsvorstellungen gehören ausschließlich in das Bewerbungsschreiben oder in die Gehaltsverhandlungen, nicht in den Lebenslauf.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler: Lassen Sie Ihr Bewerbungsschreiben noch einmal von einem geübten Auge gegenlesen. So können peinliche Fehler weitestgehend ausgemerzt werden.
  • Falsche Angaben: Machen Sie im Lebenslauf oder Anschreiben falsche Angaben, kann dies im weiteren Bewerbungsprozess oder auch nach der Einstellung negative Folgen haben – bis hin zur fristlosen Kündigung ist alles möglich. Das gilt selbstverständlich auch für gefälschte Zeugnisse, Urkunden oder Titel. Diese können sogar zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

 

Sie sehen schon: Einen Lebenslauf zu schreiben ist gar nicht so kompliziert, wenn Sie die oben genannten Punkte beachten. Gemeinsam mit einem individuellen Bewerbungsanschreiben bildet es das Fundament einer perfekten Bewerbung, mit der Sie garantiert zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Sollten Sie trotzdem noch Fragen haben und unsicher sein, wie Sie Ihren Lebenslauf schreiben, kontaktieren Sie uns gerne.

 

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