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Das Bewerbungsschreiben – wie Sie eine überzeugende Bewerbung schreiben

Das Bewerbungsschreiben – wie Sie eine überzeugende Bewerbung schreiben

Mit dem Bewerbungsschreiben stellen Sie nicht nur den ersten Kontakt zu Ihrem Wunscharbeitgeber her, sie hinterlassen auch den ersten zählenden Eindruck. Daher sollten Sie sich bei der Erstellung besonders Mühe geben und aus der Masse der eingehenden Bewerbungen herausstechen. Nur mit einem professionellen und originellen Bewerbungsanschreiben werden Sie den Personaler überzeugen, Sie zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Wir zeigen Ihnen anhand einer Bewerbungsvorlage, wie Sie ein solches Anschreiben aufbauen und welche Informationen es unbedingt beinhalten sollte.

Inhaltsverzeichnis: In sechs Schritten zum perfekten Bewerbungsschreiben

  1. Achten Sie auf den korrekten Aufbau Ihres Bewerbungsanschreibens.
  2. Erstellen Sie einen fehlerfreien Briefkopf.
  3. Schreiben Sie eine kurze und prägnante Betreffzeile.
  4. Sprechen Sie Ihre Kontaktperson in der Anrede persönlich an.
  5. Machen Sie Ihrem Wunscharbeitgeber im Hauptteil deutlich, welchen Mehrwert Sie ihm bieten.
  6. Formulieren Sie einen selbstbewussten Schlusssatz.

Ordnung muss sein: der Aufbau des Bewerbungsschreibens

Bevor Sie Ihre Bewerbung schreiben, müssen Sie wissen, wie diese aufgebaut wird. Hierfür gibt es einen klassischen Aufbau (der sogar eine eigene DIN-Norm hat), der vorgibt, an welcher Stelle welche Informationen stehen sollten. Auch wenn dieser Aufbau nicht als starre Vorgabe zu verstehen ist, sollte ein Bewerbungsschreiben grundsätzlich folgende Elemente beinhalten:

  • Absender
  • Empfänger
  • Ort, Datum
  • Betreff der Bewerbung
  • Persönliche Anrede
  • Einleitung
  • Ihre Qualifikationen und Kompetenzen
  • Mehrwert für das Unternehmen
  • Schlussteil
  • Grußformel
  • Unterschrift
  • Hinweis auf Anlagen

Im Folgenden werden wir auf die einzelnen Bausteine des Bewerbungsschreibens näher eingehen und erklären, worauf Sie jeweils achten sollten. Während zum Beispiel der Anfang und das Ende des Anschreibens einem Brief ähnelt und wenig Platz für Kreativität lässt, können Sie im Hauptteil freier formulieren. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Ihr Bewerbungsanschreiben nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein sollte.

Die Visitenkarte des Bewerbungsschreibens: der Briefkopf

Damit Ihre Bewerbung bei der richtigen Adresse und Person ankommt, ist ein korrekter Briefkopf entscheidend. Dieser beginnt zunächst mit Ihren Kontaktdaten wie Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. So sieht der Personaler auf einen Blick, mit wem er es zu tun hat, und hat gleichzeitig alle nötigen Informationen, um mit Ihnen in Kontakt zu treten. Darunter schreiben Sie dann die Anschrift inklusive der Kontaktperson des Unternehmens.

Doch Vorsicht! Nicht selten schleichen sich bereits hier die ersten Fehler im Bewerbungsschreiben ein: Ein falsch geschriebener Firmenname kann den sofortigen Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren bedeuten. Und auch Tippfehler in der Adresse oder im Namen des Adressaten sind Flüchtigkeitsfehler, die mehr als unangenehm werden können. Prüfen Sie den Briefkopf daher ganz genau, bevor Sie das Bewerbungsschreiben absenden. Dies gilt besonders dann, wenn Sie eine Bewerbungsvorlage mehrfach wiederverwenden.

Haben Sie die Kontaktdaten eingehend geprüft, geben Sie darunter auf der rechten Seite Ihren Wohnort und das Datum an. Kontrollieren Sie auch hier vor dem Absenden des Anschreibens, ob Sie das korrekte Datum eingetragen haben.

Ihr Anliegen auf einen Blick: die Betreffzeile

Bevor es an den Anschreibentext geht, folgt nun eine kurze und prägnante Betreffzeile. Hier gilt es, einen Bezug zu der Stelle herzustellen, auf die Sie sich bewerben. Ausschweifende Formulierungen haben in der Betreffzeile keinen Platz. Schreiben Sie daher schlicht, auf welche Stelle Sie sich bewerben und fügen Sie die in der Stellenanzeige aufgeführte Referenznummer oder Kennziffer an. Diese erleichtert dem Personaler die Zuordnung Ihres Bewerbungsschreibens zu der ausgeschriebenen Stelle.

Ein klar formulierte Betreffzeile könnte wie folgt aussehen:

  • Bewerbung als Einzelhandelskaufmann, Referenznummer: 123456
  • Bewerbung als Buchhalter, Kennziffer: 01012019

Sie können den Leser Ihres Anschreibens darüber hinaus darauf hinweisen, wo Sie die Stellenanzeige gefunden haben. Fügen Sie hierfür unter die Betreffzeile eine Bezugszeile in einer kleineren Schriftart ein:

  • Bewerbung als Einzelhandelskaufmann, Referenznummer: 123456
    Ihr Stellenangebot in LinkedIn am 01. Januar 2019
  • Bewerbung um die Stelle als Buchhalter
    Ihre Stellenanzeige von Ihrer Homepage, Kennziffer: 01012019

Werden Sie persönlich: die korrekte Anrede

Haben Sie schon einmal Post bekommen, in der Sie mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ angesprochen wurden? Kamen Sie sich dabei wie einer von Tausenden vor, die vermutlich gerade ein vervielfältigtes Werbeschreiben in den Händen halten? Versetzen Sie sich in diese Lage, wenn Sie Ihre Bewerbung schreiben und beherzigen Sie folgenden Tipp: Formulieren Sie eine persönliche Anrede!

Häufig finden Sie den Namen Ihres Ansprechpartners in der Stellenanzeige. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie auf der Website des Unternehmens oder in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn recherchieren. Im Zweifel ist der sicherste Weg aber die telefonische Nachfrage im Unternehmen.

Sollten Sie sich vor dem Anruf unsicher oder unwohl fühlen, können Sie die folgende fünf Schritte befolgen, um Ihren Ansprechpartner zu ermitteln:

So ermitteln Sie telefonisch den Ansprechpartner für Ihr Bewerbungsschreiben:
 
Schritt 1: Stellen Sie zunächst einen Bezug zu der Stellenanzeige und Ihrer Bewerbung her. So weiß Ihr Gesprächspartner direkt, warum Sie anrufen.
 
Schritt 2: Erkundigen Sie sich nach dem korrekten Ansprechpartner für die Bewerbung. In der Regel hat Ihr Gesprächspartner die Antwort vorliegen oder wird sie in Erfahrung bringen können.
 
Schritt 3: Sollte dies nicht der Fall sein, fragen Sie freundlich, ob Sie in die passende Abteilung (zum Beispiel die Personalabteilung) weitergeleitet werden könnten.
 
Schritt 4: Wenn Sie auch hiermit keinen Erfolg haben, bedanken Sie sich für die Hilfe und verabschieden sich.
 
Schritt 5: Sollten Sie weitergeleitet werden, wiederholen Sie die Schritte 1 und 2.

Ein solcher Anruf beim Unternehmen wird nicht selten vom Personaler vermerkt, belegt Ihr hohes Engagement und dass Sie dem Unternehmen professionell begegnen möchten.

Sollten Sie jedoch auch mit einem Anruf keinen Erfolg haben, bleibt Ihnen noch eine letzte Möglichkeit: Schreiben Sie eine freundliche E-Mail an das Unternehmen und erfragen Sie darin den korrekten Ansprechpartner. Haben Sie hierauf nach wenigen Tagen keine Rückmeldung erhalten, verwenden Sie die formale Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren”.

Kern des Bewerbungsschreibens: der Hauptteil

Nach dem formalen Teil des Bewerbungsanschreibens werden Sie im Hauptteil nun kreativer. Behalten Sie dabei jedoch stets das Maximum von einer DIN-A4-Seite für das Anschreiben im Blick. Zur Orientierung nennen wir Ihnen für jeden Abschnitt des Hauptteils eine ungefähre Zeilenanzahl, nach der Sie sich richten können. Der Hauptteil des Bewerbungsschreibens teilt sich in drei Elemente auf:

Ein wichtiger Tipp zu Beginn: Im Bewerbungsschreiben müssen Sie Ihrem Wunscharbeitgeber verdeutlichen, welchen Mehrwert er davon hat, Sie einzustellen. Für ihn ist ausschließlich interessant, mit welchen Kompetenzen Sie zum Unternehmenserfolg beitragen können. Lassen Sie Ihre persönlichen Ziele und Träume daher außen vor.

Die Einleitung (4 - 6 Zeilen)

In der Einleitung des Anschreibens geht es darum, das Interesse des Personalers zu wecken. Verzichten Sie daher auf typische Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich…” oder „Mit großer Freude habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen…”. Personaler und Chefs haben diese unpersönlichen und wenig kreativen Formulierungen unzählige Male gelesen. Beginnen Sie daher mit einem individuellen Einstiegssatz, der im Gedächtnis bleibt.

Bei der Formulierung einer einzigartigen Einleitung kann die AIDA-Formel hilfreich sein, die ursprünglich aus der Werbung stammt. AIDA steht für Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Verlangen) und Action (Handlung).

Erzeugen Sie im ersten Satz durch einen originellen Einstieg Aufmerksamkeit beim Personaler und wecken Sie sein Interesse, indem Sie zum Beispiel eine besondere Fähigkeit erwähnen. Verbinden Sie diese zusätzlich mit einem außergewöhnlichen Erfolg, machen sie ihn Neugierig auf mehr. Abschließend animieren Sie den Personaler zu einer Handlung und fordern ihn zum Beispiel auf, unbedingt weiterzulesen oder Sie zum Vorstellungsgespräch einzuladen.

Ihre Qualifikationen und Kompetenzen (5 - 7 Zeilen)

Nach einer lebhaften Einleitung ist es nun an der Zeit, den Personaler auf Ihre Qualifikationen und Kompetenzen hinzuweisen. Wiederholen Sie hierbei jedoch nicht einfach Ihren Lebenslauf. Nennen Sie stattdessen ausschließlich Kompetenzen, die zu der ausgeschriebenen Stelle passen, und untermauern Sie sie mit konkreten Beispielen und Zahlenwerten aus Ihrer bisherigen Berufslaufbahn:

  • Konnten Sie den Absatz oder die Kundenzufriedenheit signifikant steigern?
  • Durften Sie bereits Teams leiten?
  • Haben Sie mehrere Jahre Berufserfahrung vorzuweisen?
  • Haben Sie neben dem Studium bereits in ähnlichen Projekten (als Praktikant oder studentische Hilfskraft) gearbeitet?

Neben diesen harten Fakten sind für Personaler außerdem Soft Skills entscheidend. Dazu gehört etwa, dass Sie teamfähig, empathisch und kommunikationsstark sind und eine hohe analytische Kompetenz besitzen. Schreiben Sie jedoch nicht „Ich bin teamfähig und kann gut kommunizieren” oder „Meine größte Stärke ist meine Empathie”. Führen Sie stattdessen konkrete Beispiele an, die Ihre sozialen Kompetenzen belegen. Achten Sie jedoch auch hier darauf, dass Sie nur Soft Skills nennen, die zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Mehrwert für das Unternehmen (5 - 7 Zeilen)

Für Ihren zukünftigen Arbeitgeber kommt nun der entscheidende Teil Ihres Bewerbungsschreibens: Welchen Mehrwert bieten Sie dem Unternehmen? Warum sollte er gerade Sie einstellen? Machen Sie sich hierzu besonders gründlich Gedanken, denn diese Frage dürfen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Vorstellungsgespräch erwarten.

Formulieren Sie eine Kombination aus Ihren größten Stärken und den wichtigsten Anforderungen an die Stelle. So erkennt der Personaler direkt, wie Ihre Kernkompetenzen zu der ausgeschriebenen Position passen. Schweifen Sie dabei jedoch nicht ab. Sie haben auch hier nur etwa 5 - 7 Zeilen für 1 - 2 Beispiele, die Sie zum idealen Kandidaten machen.

Nennen Sie etwa ein weiteres konkretes Erfolgserlebnis aus der jüngeren Vergangenheit, mit dem Sie auch Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber voranbringen werden. Bedienen Sie dazu gerne erneut der Aussagekraft von Zahlen, um den Personaler oder Chef von sich und Ihrem Mehrwert für das Unternehmen zu überzeugen.

Auf der Zielgeraden: der Schlussteil

Nachdem Sie Ihre Qualifikationen, Kompetenzen und Ihren Mehrwert anschaulich dargestellt haben, formulieren Sie zu guter Letzt noch einen selbstbewussten Schlusssatz. Vermeiden Sie hierbei jedoch Konjunktive wie würde, hätte oder könnte sowie abgenutzte Sätze wie „Über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch würde ich mich sehr freuen”. Diese lassen Sie wie einen Bittsteller dastehen, der darauf hofft, eine Einladung zu bekommen, statt sich dessen sicher zu sein.

Seien Sie auch im Schlussteil selbstsicher und gehen Sie davon aus, dass Sie es mit Ihrer Bewerbung ins Vorstellungsgespräch schaffen werden. Schreiben Sie zum Beispiel:

  • Ich freue mich, Sie bald persönlich von meinen Fähigkeiten zu überzeugen und stehe Ihnen für weitere Rückfragen gerne zur Verfügung.
  • Gerne überzeuge ich Sie auch persönlich von meinen Fähigkeiten, die ich Ihnen bei einem Probetag unter Beweis stellen kann.
  • Über Ihre positive Antwort und ein persönliches Kennenlernen im Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr.

Nach diesem selbstsicheren und individuellen Schlussteil folgt die klassische Grußformel „Mit freundlichen Grüßen”, Ihre handschriftliche Unterschrift sowie das Wörtchen Anlage, mit dem Sie signalisieren, dass Sie Anlagen mitgesendet haben. Ein Auflistung aller Anlagen ist nicht nötig.

Übrigens: Das Thema Gehaltsvorstellung ist zwar für viele Bewerber ein leidiges, sollte aber in keinem Fall unter den Tisch gekehrt werden, wenn das Unternehmen danach fragt. Der Schlussteil oder auch ein P.S. eignen sich am besten, um Ihren Gehaltswunsch anzugeben.

Wie Sie sehen, ist das Verfassen eines Bewerbungsschreibens keine Zauberei. Wenn Sie es schaffen, Ihren potenziellen Arbeitgeber durch Ihre Kompetenzen und einen konkreten Mehrwert für das Unternehmen von sich zu überzeugen, haben Sie die besten Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Haben Sie noch offene Fragen oder Anmerkungen dazu, wie ein Bewerbungsschreiben aufgesetzt wird? Möchten Sie sich auf eine konkrete Stelle aus unserem Stellenmarkt bewerben und haben Rückfragen zu der Stellenanzeige? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf!

 

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