Personalchefs setzen auf befristete Arbeitsverträge und Personaldienstleistung
DEKRA Umfrage zur Arbeitsmarktsituation in Deutschland:
Unternehmen in Deutschland planen personalpolitisch zurückhaltend und tendieren bei zukünftigem Mitarbeiterbedarf vorwiegend zu befristeten Anstellungsverhältnissen und Personaldienstleistung. Das brachte eine aktuelle Umfrage der DEKRA Arbeit Gruppe unter mehr als 300 Personalentscheidern an den Tag.
Rund 49 Prozent der Befragten spüren eine akute Auswirkung der Finanzkrise und mussten in ihrem Unternehmen zuletzt weit reichende Personalmaßnahmen ergreifen. Entsprechend einschneidend sind auch die Veränderungen, die zum Großteil durch Abbau von Personaldienstleistung (25,4 Prozent), durch Kurzarbeit bzw. Abbau von Arbeitszeitkonten (25,3 Prozent) oder betriebsbedingte Kündigungen (20 Prozent) geprägt sind. Etwas zurückhaltender agierten weitere 40 Prozent der Personalverantwortlichen, die ihr Unternehmen bis dato nur bedingt von der Wirtschaftslage betroffen sehen. Nur ein Drittel dieser Befragten haben bereits krisenbedingte Personalveränderungen durchgeführt.
In einem Punkt sind sich jedoch fast alle Personalverantwortlichen einig: Bei der Entwicklung der Anstellungsverhältnisse in den kommenden sechs Monaten gehen lediglich 9,2 Prozent der Befragten von einer Zunahme aus. Alle anderen Befragten rechnen weiterhin mit einem gleich bleibenden (49,3 Prozent), wenn nicht gar abnehmenden Personalbedarf (39,3 Prozent).
Auch für die Zeit nach der Krise bzw. bei wieder steigendem Mitarbeiterbedarf setzen über drei Viertel der Personalentscheider auf eine deutlich flexiblere Einstellungspolitik. Sie wollen vorrangig auf befristete Anstellungsverhältnisse (45,6 Prozent) oder Personaldienstleistung (30,2 Prozent) zurückgreifen. Ein Ergebnis, das sich auch mit der Einschätzung des Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V. deckt, der ebenfalls von einer momentanen Verlangsamung der Abwärtsdynamik und langfristigen Erweiterung der Zeitarbeit ausgeht.
Grund hierfür ist zum Einen die auf Unternehmensseite dringend erforderliche Mitarbeiterflexibilität in wirtschaftlich wechselhaften Zeiten. Zum Anderen zeigt die Umfrage auch deutlich, dass sich der Personaldienstleistungsbereich qualitativ einen hervorragenden Ruf erarbeiten konnte. Nur ein einzelner der über 300 befragten Personalverantwortlichen hat in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit Zeitarbeitnehmern gemacht.
Die Umfrage der DEKRA Arbeit Gruppe wurde bei deutschlandweiten Arbeitsrechtsseminaren durchgeführt. Die Befragten kommen aus Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branchen, was einen breit gefächerten Gesamtüberblick ermöglicht.
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Volker Dede
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