Montag, 17. März 2008

Arbeitsmodell mit Wachstumspotenzial

Im europäischen Ausland ist sie längst etabliert. Auch hierzulande hat sich Personaldienstleistung zu einem wahren Jobmotor entwickelt. Trotzdem gibt es im internationalen Vergleich für Deutschland noch Wachstumspotenzial.

Wirtschaftsfaktor Zeitarbeit
Vor allem in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Belgien ist Personaldienstleitung von großer Bedeutung. Mit einem Zeitarbeiter-Anteil von zwei Prozent liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt, befindet sich aber auf Aufholjagd. Mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer beschäftigte die Branche laut Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V. (BZA) im Jahr 2007 in Deutschland. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet mit einem enormen Wachstum der Branche und mit etwa vier bis fünf Millionen Leiharbeiter in den kommenden zehn Jahren.

Flexibles Instrument für Arbeitgeber
Immer mehr mittelständische Unternehmen nutzen die Zeitarbeit überwiegend als strategisches Instrument zur Abdeckung von Auftragsspitzen oder projektbezogener Mehrarbeit. Personalengpässe und Veränderungen in der Mitarbeitersituation können so schnell und fachkundig aufgefangen werden. Auf Unternehmensseite stellt die Mitarbeitersuche gerade die Personalverantwortlichen kleinerer und mittlerer Betriebe oft vor große Herausforderungen. Seriöse Personaldienstleister bieten hier gezielte Unterstützung im Bereich Personalrekrutierung und –beratung.

Job-Sprungbrett für Arbeitnehmer
Moderne Personaldienstleistung hat aber auch für Arbeitnehmer mittlerweile weit mehr zu bieten als reine „Arbeit auf Zeit“. Lücken zwischen zwei Arbeitsverhältnissen, Zeiten der Erwerbslosigkeit oder der Wiedereinstieg nach der Babypause können mit Hilfe vermittlungsorientierter Personaldienstleister sinnvoll gestaltet werden. Denn seriöse Personaldienstleistungsunternehmen offerieren ihren Mitarbeitern in der Regel unbefristete Arbeitsverträge, die den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen unterliegen sowie ein tariflich geregeltes festes Gehalt beinhalten. Arbeitnehmer sind somit auch in Zeiten finanziell abgesichert, in denen sie keine Beschäftigung in einem Entleihbetrieb haben. Und wer sich im Arbeitsalltag eines Unternehmens auszeichnet, wird häufig in eine spätere Festanstellung übernommen. Bei rund einem Drittel der Arbeitnehmer tritt dieser so genannte „Klebeeffekt“ ein.

Unterschätzte Option am Stellenmarkt
Personaldienstleistungsunternehmen verfügen trotz Rekordzuwächsen derzeit vermehrt über freie Kapazitäten und bieten insbesondere qualifizierten Arbeitnehmern und Fachkräften interessante Möglichkeiten. So hat sich auch der Anteil studierter Zeitarbeitnehmer laut Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (IGZ) seit 2000 (bis 2003) von fünf auf zehn Prozent verdoppelt. Ein weiterer Hinweis darauf, dass Zeitarbeit salonfähig geworden ist und sich die Branche aufgrund erweiterter gesetzlicher und tarifrechtlicher Rahmenbedingungen sowohl auf Kunden- als auch Arbeitnehmerseite nachhaltig einen hervorragenden Ruf erarbeiten konnte.

Quelle: DEKRA Arbeit GmbH, www.dekra-arbeit.de